Über mich

Gehe nicht, wohin der Weg führen mag, sondern dorthin, wo kein Weg ist, und hinterlasse eine Spur.

Jean Paul

Zu meiner Person

Wie ich zu Waldbaden kam

Ich war wie gebannt, als ich im Fernsehen eine Gesprächsrunde
verfolgt habe, in der ein Mann erzählte, dass er Bäume umarmt;
„Was ist denn das“? fragte ich mich allen Ernstes, aber die Er-
zählungen von dem Wald ließen mich nicht mehr los.
Da bei meiner langjährigen Freundin eine OP anstand, hatte ich
schon ein Mitbringsel für´s Krankenhaus. Sie hatte ja alle Zeit
der Welt und freute sich sehr über mein Buch, es wurde auch
gelesen und wir redeten kurz darüber, dann war das Thema
auch wieder vom Tisch.
Allerdings ging ich nun anders in den Wald, ich umarmte
zum Entsetzen meiner Kinder nun wirklich kurz einen Baum.

Mein Weg zum Waldbaden fing ungefähr vor 7 Monaten an;
in der Zeitung wurde berichtet, dass man sich als Kursleiter
ausbilden lassen kann und es ein Beruf ist mittlerweile.
Für mich sehr stimmig, da ich morgens für Integrationskinder
da bin. Nachmittags für meine Eigenen und natürlich für
meinen Mann und unseren Hund, den wir seit ca. 7 Jahren
begleiten dürfen.

Es ist so, dass ich seit ich denken kann, gerne draußen war bzw.
bin, ob wir als Kinder auf Felsen herum geklettert sind oder
einfach nur so durch den Wald geschlendert sind, es hat alles
Spaß gemacht, oft natürlich mit vielen Freunden zusammen.
Nur als es dunkel wurde, wussten wir, es ist Zeit nach Hause
zu finden.

Gerne denke ich an die Kindheit zurück, die ich in unserem
unendlich großen Garten verbracht habe, auch ohne Zeitgefühl.
Natürlich weiß jeder, dass man Kinder so oft es geht „lüften“ soll.
Es tat uns gut.

Sehr gerne habe ich aus der Vielfalt der Blumen einfache Sträuße
gebunden oder auch sehr kreative und diese dann an der Straße
verkauft. Mit aufgestelltem Tischchen und Stühlen, fast alle Sträuße
wurden bis zum Abend verkauft oder mit ins Haus genommen, da
muss ich zugeben, bin ich bis heute so, Blumen gehören auf den
Tisch, man fühlt sich wohler!

Es machte mir viel Freude und das ausgelassene Spielen wurde
dann vertiefter, in dem ich meist Rhabarberblätter, viele Blüten
und Blätter, Grund und Wasser verarbeitete in „Blumenschnitzel“
klebrige Blätterpfannkuchen und vieles mehr – mir kommen
fast die Tränen, wenn ich daran zurück denke. Eine wunderbare
Kindheit, die ich versucht habe meinen Kindern auch zu schenken.

Ich glaube, dass es uns sehr gut gelungen ist. Schon im Kinder-
wagen sind wir quer durch die Wälder. Stundenlang waren wir
wandern, egal bei welchem Wetter und wenn die Kids immer noch
am Schlafen waren, als wir zu Hause angelangt waren, haben wir
einfach den Kinderwagen bewacht im Garten oder auf der
Terrasse stehen lassen – so viel Sauerstoff, wie unsere Kinder
haben die Wenigsten getankt.

Eigentlich hatte ich immer gedacht, dass ich schon Waldbade mit
meinem Hund und auch oft am Wochenende mit Mann und Hund,
manchmal gehen auch die Kinder noch mit. Aber diese erholsamen
Spaziergänge sind kein Waldbad, das habe ich nun gelernt und
wurde eines Besseren belehrt.

Als es mir im Frühjahr mal nicht so gut ging, wurde ich sogar von
meinem Arzt in den Wald geschickt, ich habe mich gewundert und
nochmals nachgefragt. Ich soll alleine in den Wald, der macht
gesund und es lenkt mich nichts ab. Einfach mal Achtsam sein, das waren auch so Faktoren, die mich bewegt haben mich mehr mit Waldbaden zu beschäftigen.

Christine Schmitt, Kursleiterin